Kosten
Infrarotheizung: Stromkosten realistisch berechnen
Eine Infrarotheizung verbraucht genau so viel Strom, wie ihre Leistung mal ihre tatsächliche Laufzeit ergibt. Der entscheidende – und meistens verschwiegene – Faktor ist die Taktung.
Veröffentlicht am 10. Februar 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Die Formel ist einfach, die Annahmen sind es nicht
Verbrauch in Kilowattstunden ist Leistung in Kilowatt mal Betriebsstunden. Eine 600-Watt-Heizung, die vier Stunden täglich durchgehend läuft, verbraucht 2,4 kWh am Tag. Bei 32 Cent je Kilowattstunde sind das rund 77 Cent.
Der Haken: Kaum eine Infrarotheizung läuft durchgehend. Sobald der Raum die Zieltemperatur erreicht hat, schaltet das Thermostat ab. Je nach Dämmung, Raumnutzung und Zieltemperatur liegt die tatsächliche Einschaltdauer erfahrungsgemäß zwischen 30 und 60 Prozent der Anwesenheitszeit.
Warum Bandbreiten ehrlicher sind als eine Zahl
Wer Ihnen einen exakten Jahresbetrag nennt, ohne Ihren Dämmstandard, Ihre Außenwandsituation und Ihr Nutzungsprofil zu kennen, rechnet mit Wunschwerten. Seriös ist eine Spanne: untere Grenze mit geringer Taktung, obere Grenze mit hoher Taktung.
Genau so arbeitet der Heizbedarfsrechner auf der Ratgeberseite: Er zeigt Ihnen beide Enden der Spanne und erklärt, was den Wert nach oben oder unten verschiebt.
Rechnen Sie zusätzlich mit einer Anlaufphase in den ersten kalten Tagen – danach pendelt sich der Verbrauch ein.
Die vier Stellschrauben, die den Verbrauch wirklich bestimmen
- Dämmstandard des Raums – der größte Hebel, weit vor der Gerätewahl.
- Zieltemperatur: jedes Grad weniger spart spürbar Strom.
- Tatsächliche Nutzungsdauer statt geschätzter Anwesenheit.
- Platzierung: freie Abstrahlfläche auf den Aufenthaltsbereich statt hinter Möbeln.
Wann sich der Betrieb rechnet – und wann nicht
Wirtschaftlich sinnvoll ist Infrarot vor allem als Zusatzwärme in Räumen, die selten oder kurz beheizt werden: Bad am Morgen, Homeoffice tagsüber, Gästezimmer, Hobbyraum. Dort ersetzt sie das Hochfahren eines trägen Gesamtsystems.
Als alleinige Ganzjahresheizung für ein schlecht gedämmtes Haus ist Strom dagegen der teuerste Energieträger. Das gilt unabhängig vom Hersteller und lässt sich durch keine Bauform ausgleichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Verbrauch = Leistung × tatsächliche Laufzeit, nicht × Anwesenheit.
- Realistische Taktung liegt meist zwischen 30 und 60 Prozent.
- Eine Bandbreite ist seriöser als eine einzelne Jahreszahl.
- Dämmung schlägt Gerätewahl – immer.
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Sehen Sie sich die Modelle nach Leistungsklasse an, nachdem Sie Ihren Bedarf überschlagen haben.
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