Sanierung
Infrarotheizung im Altbau: sinnvoll oder teurer Irrtum?
Im Altbau entscheidet nicht die Technik über die Kosten, sondern die Hülle. Trotzdem gibt es Konstellationen, in denen Infrarot die pragmatischste Lösung ist.
Veröffentlicht am 22. Februar 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Die ehrliche Grenze
In einem ungedämmten Altbau mit hohen Decken ist elektrische Wärme als Vollheizung teuer. Daran ändert weder ein besonderes Material noch eine clevere Steuerung etwas. Wer das anders verspricht, verkauft eine Rechnung, die im Januar nicht aufgeht.
Wo Infrarot im Altbau überzeugt
- Einzelräume, die das Zentralsystem nur schlecht erreicht – Anbau, ausgebautes Dachgeschoss, Wintergarten.
- Übergangszeit im Frühjahr und Herbst, wenn sich die Zentralheizung für zwei kühle Räume nicht lohnt.
- Räume ohne Möglichkeit, Rohrleitungen zu verlegen – etwa bei denkmalgeschützten Substanzen.
- Sanierungsphasen als Zwischenlösung, bevor das Gesamtsystem erneuert wird.
Vorgehen bei der Sanierung
Sinnvoll ist die Reihenfolge: erst Fenster und Dach, dann Wärmeverteilung, zuletzt Zusatzwärme. Wer diese Reihenfolge umdreht, heizt gegen die Bauphysik an.
Prüfen Sie außerdem die Absicherung des Stromkreises. Mehrere Geräte auf einem Kreis können in Altinstallationen an Grenzen stoßen.
Denkmalschutz kann Montageorte und Kabelführung einschränken – vor dem Kauf klären.
Das Wichtigste in Kürze
- Als Vollheizung im ungedämmten Altbau selten wirtschaftlich.
- Als Zusatzwärme für schwer erreichbare Räume oft die beste Lösung.
- Reihenfolge: Hülle, Verteilung, dann Zusatzwärme.
- Elektroinstallation und Absicherung vorab prüfen.
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