Wirtschaftlichkeit

Infrarotheizung: Kosten und Stromverbrauch realistisch berechnen

Der Stromverbrauch einer Infrarotheizung ist keine Glaubensfrage, sondern eine Rechnung: Leistung mal tatsächliche Laufzeit mal Strompreis. Der schwierige Teil sind die Annahmen.

Aktualisiert am 02. September 2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten

Modernes Badezimmer in Beigetönen mit einer flachen Infrarot-Wandheizfläche
Kurze, gezielte Heizphasen wie im Bad halten den Verbrauch überschaubar.

Pauschale Kostenangaben helfen selten weiter, weil sie den entscheidenden Faktor verschweigen: Wie viel Prozent der Zeit läuft das Gerät wirklich? Diese Einschaltdauer hängt von Dämmung, Zieltemperatur und Nutzung ab.

Dieser Ratgeber zeigt die Formel, die realistischen Bandbreiten, die vier größten Stellschrauben und einen Rechner, mit dem Sie Ihre eigenen Werte einsetzen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verbrauch = Leistung × tatsächliche Laufzeit; die Einschaltdauer liegt real oft bei 40 bis 70 Prozent.
  • Bandbreiten sind ehrlicher als eine exakte Jahreszahl.
  • Größter Hebel ist der Dämmstandard, nicht die Gerätewahl.
  • Bei dauerhafter Vollbeheizung schlecht gedämmter Gebäude ist Infrarot selten wirtschaftlich.

Die Formel – und warum sie oft falsch angewendet wird

Verbrauch in Kilowattstunden ist Leistung in Kilowatt mal Betriebsstunden. Eine Heizfläche mit 600 Watt, die vier Stunden am Tag durchgehend läuft, verbraucht 2,4 kWh. Bei 32 Cent je Kilowattstunde sind das rund 77 Cent pro Tag.

Der Haken: Kaum ein Gerät läuft durchgehend. Sobald der Raum die Zieltemperatur erreicht hat, schaltet das Thermostat ab. Je nach Dämmung, Raumnutzung und Zieltemperatur liegt die tatsächliche Einschaltdauer meist zwischen 40 und 70 Prozent der Anwesenheitszeit.

Seriös ist deshalb eine Spanne statt einer exakten Jahreszahl: untere Grenze mit geringer Taktung, obere Grenze mit hoher Taktung.

Rechnen Sie mit Ihren eigenen Werten

Der folgende Rechner nutzt Raumgröße, Dämmstandard, Nutzungsdauer und Ihren Arbeitspreis und gibt beide Enden der Bandbreite aus – nicht eine geschönte Einzelzahl.

Erste Orientierung

Wie viel Heizleistung könnte Ihr Raum benötigen?

Die folgenden Werte liefern eine Bandbreite – keinen exakten Auslegungswert. Wählen Sie zunächst den Raumtyp; alle Angaben können Sie danach frei anpassen.

1. Raumtyp wählensetzt typische Startwerte

Kurze, aber intensive Nutzung – schnelle Strahlungswärme ist hier typisch.

2. Werte anpassen

Grundfläche des Raums, nicht der ganzen Wohnung.

Bestimmt den Richtwert in Watt pro m².

Wie lange der Raum an einem typischen Heiztag warm sein soll.

In Deutschland üblich: rund 180 bis 220 Tage.

Steht auf Ihrer Stromrechnung – Arbeitspreis brutto.

Ihre Orientierungswerte

Geschätzter Leistungsbereich
580 – 770 W
Grobe Betriebsstunden pro Jahr
540 h
Orientierender Stromverbrauch
125 – 291 kWh / Jahr
Orientierende Stromkosten
44 – 102 € / Jahr

Warum eine Bandbreite statt einer Zahl?

  • Unterer Wert (580 W): günstige Bedingungen – wenig Außenwände, normale Raumhöhe, moderate Zieltemperatur.
  • Oberer Wert (770 W): ungünstige Bedingungen – große Fensterflächen, Eck- oder Dachlage, höhere Zieltemperatur.
  • Die Spanne von rund 190 W entsteht aus dem Richtwert Ihres Gebäudezustands (6080 W/m²) und dem Zuschlag für Badezimmer (Faktor 1,20).
  • Bei Verbrauch und Kosten kommt hinzu, dass das Thermostat taktet: angesetzt sind 4070 Prozent der Nennleistung.

Für die Planung ist die Mitte der Bandbreite ein guter Ausgangspunkt; im Zweifel eher die obere Hälfte wählen.

Mögliche Ausführung: Größere Leistungsklasse um 800 W

In dieser Bandbreite ist eine großformatige Heizfläche üblich – je nach Wandfläche und Position.

Diese Berechnung ist eine erste Orientierung und ersetzt keine individuelle Heizlastberechnung oder Fachplanung. Gebäudezustand, Außenflächen, Raumhöhe, Fenster, Standort und Nutzungsverhalten können das Ergebnis deutlich verändern.

Diese Leistungsklasse gibt es sowohl als klassisches Blechpaneel als auch als Naturstein-Heizfläche. An der benötigten Wattzahl ändert die Bauart nichts – wohl aber an Nachwärme, Abstrahlung und Wirkung im Raum. Die Unterschiede stehen im Abschnitt Bauarten im Vergleich.

Die vier Stellschrauben, die den Verbrauch bestimmen

Auffällig ist, was nicht auf dieser Liste steht: die Bauart. Ob Blech, Glas oder Naturstein – der Verbrauch ergibt sich aus Leistung und Laufzeit. Speichermasse verändert das Wärmegefühl und das Taktverhalten, nicht den Wirkungsgrad.

  • Dämmstandard des Raums – der größte Hebel, weit vor der Gerätewahl.
  • Zieltemperatur: jedes Grad weniger spart spürbar Strom.
  • Tatsächliche Nutzungsdauer statt geschätzter Anwesenheit.
  • Platzierung: freie Abstrahlfläche auf den Aufenthaltsbereich statt hinter Möbeln.

Anschaffung, Montage und Nebenkosten

Neben dem Gerätepreis gehören in die Rechnung: Anzahl und Leistung der Flächen, Montageaufwand und elektrische Voraussetzungen, Thermostat beziehungsweise Steuerung sowie der laufende Strompreis.

Eine günstige Installation bedeutet nicht automatisch niedrige Betriebskosten. Umgekehrt kann ein gezielt und zeitlich begrenzt beheizter Raum wirtschaftlich sinnvoller sein als der Umbau des gesamten Heizsystems.

  • Anschaffung der Heizflächen
  • Anzahl und Leistung der Geräte
  • Montage und elektrische Voraussetzungen
  • Thermostat beziehungsweise Steuerung
  • Strompreis und tatsächliche Laufzeit
  • Dämmstandard und Wärmeverlust des Raumes

Wann sich der Betrieb rechnet – und wann nicht

Wirtschaftlich interessant wird Infrarot bei kurzen, gezielten Heizphasen in einzelnen Räumen, als Zusatzheizung oder in gut gedämmten kleinen Einheiten mit geringem Wärmebedarf.

Unwirtschaftlich wird es bei dauerhafter Vollbeheizung eines schlecht gedämmten Gebäudes. Dort trägt der Strompreis die Rechnung nicht – die Alternative heißt dann in der Regel Wärmepumpe oder ein wasserführendes System.

Bauart und Stromverbrauch: was wirklich zusammenhängt

Die Bauart ändert den Wirkungsgrad nicht – jede Kilowattstunde wird zu Wärme. Sie ändert aber das Taktverhalten und damit, wie gleichmäßig die Leistung über den Tag abgerufen wird.

Die Auswertung zeigt, welche Bauart bei Ihrer Nutzungsdauer und Ihrem Budget am besten aufgeht.

Bauarten-Rechner

Welche Bauart passt zu Ihrer Situation?

Vier Angaben genügen – die Auswertung gewichtet Speicherverhalten, Raumtyp, Budget und Optik.

Empfehlung

Naturstein-Heizfläche – empfohlene Bauart für die gewählten Angaben

Naturstein-Heizfläche

  • Bei täglich langer Nutzung trägt die Speichermasse die Wärme zwischen den Taktphasen.
  • In sichtbaren Wohn- und Arbeitsräumen wirkt die Steinfläche als Einrichtungselement.
  • Naturstein-Heizfläche100 %
  • Glas- oder Spiegelpaneel78 %
  • Blech- oder Metallpaneel55 %

Orientierungshilfe auf Basis typischer Praxiswerte. Sie ersetzt keine Auslegung durch eine Fachkraft.

Häufige Fragen

Fragen zu Kosten & Stromverbrauch

Der Verbrauch ergibt sich aus Nennleistung und tatsächlicher Laufzeit. Eine Heizfläche mit 500 W verbraucht bei einer Stunde Volllast 0,5 kWh. Da ein Thermostat das Gerät taktet, wird die Nennleistung im Alltag nicht durchgehend abgerufen – realistisch sind je nach Raum und Zieltemperatur oft etwa 40 bis 70 Prozent der Zeit. Der Rechner auf dieser Seite bildet genau diese Bandbreite ab.

Leistungsklasse passend zum berechneten Bedarf

Von der kompakten Fläche für das Bad bis zur großformatigen Heizfläche für den Wohnraum – mit Angaben zu Leistung und Steuerung.

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Advertorial mit werblichen Produktverlinkungen. Diese Seite ist ein redaktionell aufbereiteter Ratgeber mit werblichem Charakter. Die Produktlinks führen in den Shop der Marwona GmbH, eines Anbieters von Naturstein-Infrarotheizungen. Betreiberin dieser Seite ist die Marwona GmbH; die verlinkten Produkte stammen aus dem eigenen Sortiment.

Hinweis zur Berechnung: Der Heizbedarfsrechner liefert eine überschlägige Bandbreite auf Basis allgemeiner Richtwerte. Er ersetzt keine Heizlastberechnung nach anerkannten Regeln der Technik und keine Fachplanung.

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